• Gedankenzauber  Podcast

    19 – Ein Kampf – Hungern, Bulimie und intuitives Essen

    In dieser Folge geht es darum, wie ich vor vielen Jahren in sehr kurzer Zeit ingesamt fast 30 kg abgenommen habe, auf sehr ungesunde Weise. Über eine relativ lange Zeit aß ich nur 800- 1000 kcal am Tag, wenn ich etwas aß, konnte ich mich spontan nicht mehr mit Leuten treffen, denn ich hatte Angst, man würde es mir ansehen (selbst wenn es nur ein Apfel war zu den extremen Zeiten).  Ich wachte nachts auf, weil mein Körper höllisch schmerzte und bekam Krämpfe, weil er einfach nichts zu essen bekam. Ich träumte von Essen, ich machte jeden Tag stundenlang Sport. Es war mir egal, welchen Preis ich dafür auf mich nahm, hauptsache endlich dünn sein.  Vegetarisch, Vegan, Glutenfrei, Alkoholfrei, Zuckerfrei, Low Carb, No Carb, alles durch. 
    Ich hielt es relativ lange aus, aber es kam wie es kommen musste: Mein Körper rächte sich und verlangte irgendwann alles zurück, und los ging es mit den Fressattacken, Abführmittel und Bronchicumtropfen, um meinen Husten vom Übergeben zu stillen. Aber natürlich half das alles auf Dauer wenig, und ich nahm wieder zu. Natürlich nicht alles, aber schon 10-15kg. 
    Mein Alltag wurde von Essen kontrolliert, meine Stimmung war davon abhängig. Alles, aber auch wirklich alles drehte sich um das Thema. 
    In den letzten Jahren wurde es deutlich besser, aber auch das phasenweise. Noch besser wurde es, als ich dieses Jahr auf ein Programm gestoßen bin, dass einem endlich das richtige vermittelte: Intuitiv zu essen. Dein Körper weiß, was du wann brauchst. Aber das wurde der Gesellschaft ewig abtrainiert, ersetzt durch alle möglichen Diät Trends und sonst was. Dies ist super, das sei toll. Dabei verlernten wir das wichtigste: Auf unseren Körper zu hören. 


    18- Göteborgwahnsinn – Schwedisches Familienfrühstück bei Fremden

    Dezember 2016: Mein bester Freund und ich machten ein Auslandssemester in Schweden. An unserem letzten Wochenende kurz vor Weihnachten stiegen wir spontan ins Auto. Denn am letzten Wochenende mussten wir es nochmal richtig krachen lassen. Auf nach Göteborg! Keine Ahnung wo wir dort übernachten sollten, meinte ich, „Wir werden schon was finden“. Nach reichlich Alkohol, einem Jahrmarktbesuch, einer Riesenradtour und dem Gefangen sein in einem Aufzug eines Luxushotels das Ergebnis: Zwei Brüder, die unseren Weg im Pub kreuzten, uns für absolut bescheuert hielten und uns letztendlich mit ins Haus der Eltern nahmen, wo wir am nächsten Morgen mit Filmriss am Frühstückstisch saßen und die netteste Familie der Welt kennen lernten. 

    We love Sweden! 

    17 – Elternkrieg – Wie gehe/ging ich damit um?

    Vielleicht kennen es manche von euch (und andere bestimmt auch nicht), den Krieg zwischen den Eltern, den man im Laufe des Erwachsenwerdens mitbekommen hat. Es ist etwas, das mich psychisch sehr kaputt und fertig gemacht hat, oder mich um ehrlich zu sein wirklich in den Wahnsinn und in eine Depression getrieben hat. 

    Auch lange nach dem man ausgezogen ist, begleiten einen oft jahrelang noch die Gefühle von Wut und Beschuldigung. Die Eltern haben das gemacht, und die Eltern haben jenes gemacht…Und hätten sie dies und das anders gemacht…Dann wäre…
    Und was passiert? Man nimmt diese Gefühle von Wut, Enttäuschung und vielleicht auch Trauer mit in andere menschlichen Beziehungen, natürlich unbewusst. Diese negativen Gefühle sind immer noch ein Teil von uns, und kontrollieren unser Vorgehen. Dadurch  erschweren wir uns selbst vieles, und hindern uns daran, ein unbeschwertes und leichtes Verhältnis zu anderen aufzubauen. 
    Erst wenn man verstanden hat, diese alten Gefühle von Wut, Enttäuschung etc. endlich loszulassen und zu verzeihen, ist man wieder „frei“ im Kopf. 🙂

    16 – Warum die Kripo unsere WG in Köln stürmte

    Wir reisen zurück ins Jahr 2012: Ich, 19 Jahre alt, ängstlich, verunsichert, alleine zu Hause, morgens um 7. Sechs Leute hämmern gegen die Tür. Kriminalpolizei Köln. Mein ehemaliger Mitbewohner hatte Dreck am Stecken – und ehe ich mich versehen

    konnte, war ich ungewollt mitten drin. Am Folgetag hatte ich 17 verpasste Anrufe und auf einmal standen diese Typen vor meiner Tür. 

    Danke Nein Danke. Ich will nicht mehr 19 sein.

    15 – Interview – Das deutsche Schulsystem und der Job als Lehrer

    Hallo! 🙂
    Heute darf ich euch Daniel vorstellen, der selbst auch einen Podcast hat ( CounterCockwise) und als Lehrer tätig ist. In dieser Folge unterhalten wir uns über das deutsche Schulsystem und über seine Tätigkeit und Erfahrung als Lehrer. Es geht um System- und Regeldenken, um die Grundschulempfehlung mit 9, Noten für Kunst, Noten generell, das davon abhängige Selbstbild, das mangelnde kreative Angebot der Schulen (was für die Entwicklung sehr wichtig wäre! ), das komplett veraltete System der Hauptschule, Realschule und Gymnasium, die nicht vorhandene Sozialkompetenz vieler Lehrer, warum ein sehr hoher Anteil an Lehrern früher oder später am Burnout bzw. einer Depression erkrankt, warum der NC auch endlich mal der Vergangenheit angehören sollte, denn es sagt absolut nichts über dich aus. Auch er hat kurz vor knapp die Notbremse gezogen, und ging eines Tages anstatt zur Schule zum Arzt. Auch in meiner psychosomatischen Klinik war ein Großteil der Patienten Lehrer – körperlich und psychisch komplett durch, sicherlich kein Zufall. Er berichtet uns von seiner Zeit an der Gesamtschule, mit einem sehr hohen Anteil verhaltensauffälliger Schüler. Nach 5 Jahren hat er gekündigt, da er sich zu einem Menschen entwickelte, der er nicht sein wollte. Dabei gab es einen besonderen Schlüsselmoment. Meinen größten Respekt hat er schon mal, denn wenn ihr seine Erfahrungen hört, dann sind 5 Jahre echt eine verdammt lange Zeit. 
    Durch das Schulsystem wird den Kindern und Jugendlichen eigentlich das wichtigste genommen – die persönliche Entfaltung und das Fördern von Stärken und Talenten. All das wird deutlich zu wenig unterstützt, statt dessen werden wir alle in ein System gepresst. Ein System, in dem wir lernen Regeln von Außen zu befolgen und uns „fremd bestimmen“ zu lassen. Auch ich habe die Schulzeit genau so, und nicht als sonderlich fördernd in Erinnerung.
    Und wenn man nicht das entfalten kann, was und wer man ist, wenn die äußeren Einflüsse dich überhäufen und du nur noch funktionieren musst, und nicht darauf hörst und achtest wer DU bist, dann sind psychische Probleme und körperliche Krankheiten quasi schon in Sichtweite. Egal in welchem Job.
    Auch ich habe mit 28 Jahren meinen Platz im Leben noch nicht endgültig gefunden. Und es ist in Ordnung, sich auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Wichtig ist nur, dass man dran bleibt und etwas tut. Es ist tausend Mal besser, als 30 Jahre in einem Bereich hängen zu bleiben, der dich nicht erfüllt und dich dadurch auch krank machen WIRD.
    Es ist eine äußerst informative und spannende Folge geworden, nach der ihr das Schulsystem erst Recht hinterfragen werdet.